
Mallorca ohne Hotels, Beachclubs, Liegenreihen, Ferienhäuser und Kreisverkehre?
Das gibt es tatsächlich.
Man muss nur aufs Boot steigen.
Südlich von Mallorca liegt mit dem Cabrera-Archipel eine Landschaft, die zeigt, wie die Balearen ohne intensive touristische Bebauung aussehen können: felsige Buchten, kristallklares Wasser, karge Hügel, Seevögel, eine alte Burg und ein Naturhafen, in dem statt einer Promenade praktisch nur Landschaft wartet.
Cabrera ist kein klassisches Ausflugsziel.
Es gibt keine Einkaufsstraße.
Keine Boutiquen -Kein Beachclub
Und, erstaunlicherweise, hat die Menschheit diese offensichtlichen wirtschaftlichen Versäumnisse bisher überlebt.
Gerade deshalb gehört Cabrera für uns zu den besondersten Tagesausflügen Mallorcas.
Der Archipel liegt südlich von Mallorca. Nach Angaben der spanischen Nationalparkverwaltung besteht er aus 18 Inseln und Inselchen und ist ausschließlich über das Meer erreichbar. Die nächstgelegenen Häfen auf Mallorca sind Colònia de Sant Jordi, Sa Ràpita und S’Estanyol.
Für Besucher ist vor allem Colònia de Sant Jordi wichtig.
Von hier starten die regulären Ausflugsboote.
Von Palma sollte man mit ungefähr einer Stunde Autofahrt bis Colònia de Sant Jordi rechnen.
Cabrera ist heute Teil des Parque Nacional Marítimo-Terrestre del Archipiélago de Cabrera.
Das Entscheidende steckt bereits im Namen:
Nicht nur die Inseln werden geschützt.
Auch das Meer gehört zum Nationalpark.
Das macht Cabrera für Schnorchler und Taucher mindestens genauso interessant wie für Wanderer.
Sportfischen und Unterwasserfischen sind im Nationalpark verboten, an Land soll man ausschließlich die freigegebenen Wege benutzen und Pflanzen und Tiere selbstverständlich in Ruhe lassen.
Und Müll?
Wieder mitnehmen.
Auf Cabrera gibt es laut Nationalparkverwaltung keine öffentlichen Müllbehälter.
Das ist ein kleines Detail, das ziemlich gut beschreibt, wie Cabrera funktioniert:
Die Natur soll sich nicht an den Besucher anpassen. Der Besucher passt sich der Natur an.
Cabrera sieht heute friedlich aus.
Historisch war die Insel jedoch strategisch wichtig und immer wieder Schauplatz militärischer Ereignisse.
Die markanteste Erinnerung daran ist das Castell de Cabrera, das oberhalb des Naturhafens thront.
Der Aufstieg lohnt sich schon wegen des Blicks.
Von oben versteht man erst richtig, warum dieser natürliche Hafen über Jahrhunderte strategisch interessant war.
Meer, Hafenbecken, karge Insel und die kleineren Inseln des Archipels liegen einem zu Füßen.
Für viele Besucher ist sie der spektakulärste Teil des Ausflugs.
Die Cova Blava, die Blaue Grotte, liegt an der Küste Cabreras und wird bei vielen Bootstouren angefahren.
Durch den Lichteinfall bekommt das Wasser innerhalb der Höhle ein intensives Blau.
Je nach Tour und Bedingungen wird dort auch ein Badestopp angeboten.
Und hier funktioniert ausnahmsweise sogar der ansonsten inflationär verwendete Ausdruck „kristallklares Wasser“.
Die spanische Nationalparkverwaltung nennt derzeit zwei autorisierte Anbieter für den kollektiven Besuchertransport ab Colònia de Sant Jordi:
Excursions a Cabrera
Einer der offiziellen Anbieter für Ausflüge in den Nationalpark.
Marcabrera excursiones
Ebenfalls von der Nationalparkverwaltung als autorisierter Anbieter aufgeführt. Angeboten werden unter anderem geführte Touren sowie spezielle ornithologische Ausflüge; laut Nationalparkseite gibt es auch Touren rund um den Archipel mit Landgang.
Wichtig: Gerade in der Hauptsaison sollte man vorher reservieren. Auch die Nationalparkverwaltung empfiehlt ausdrücklich eine frühzeitige Buchung
Das hängt stark davon ab, mit wem man reist.
Klassisches Ausflugsboot
Gut für Familien, ältere Besucher und alle, die den Weg als Teil des Tages genießen möchten.
Schnelleres Boot
Besser, wenn man möglichst viel Zeit auf Cabrera verbringen möchte oder die Bootsfahrt selbst etwas mehr Erlebnis sein soll.
Private Yacht oder eigenes Boot
Traumhaft, aber organisatorisch anspruchsvoller.
Wer mit einem eigenen oder gemieteten Boot in den Nationalpark fährt, benötigt eine entsprechende Genehmigung. Für Navigation und Übernachtung beziehungsweise Ankern gelten unterschiedliche Regeln.
Einfach hineinsteuern und irgendwo den Anker werfen wäre zwar sehr mediterran improvisiert, aber eben nicht erlaubt.
| Kategorie | Score |
|---|---|
| Natur | 10/10 |
| Meer & Wasserqualität | 10/10 |
| Landschaft | 10/10 |
| Cova Blava | 10/10 |
| Bootserlebnis | 9,5/10 |
| Schnorcheln | 10/10 |
| Wandern | 8,5/10 |
| Geschichte | 8,5/10 |
| Ruhe | 10/10 |
| Fotografie | 10/10 |
| Familien | 8,5/10 |
| Teenager | 9,5/10 |
| Paare | 10/10 |
| Singles | 9/10 |
| Gastronomie auf Cabrera | 2/10 |
| Naturerlebnis | 10/10 |
| Authentizität | 10/10 |
| Massentourismus-Faktor | erfreulich niedrig |
| Tagesausflug ab Mallorca | 10/10 |
08:00 Uhr – Colònia de Sant Jordi
Frühstück und zum Hafen gehen.
08:30 Uhr – Check-in
Boot und Tour bestätigen.
09:00 Uhr – Abfahrt Richtung Cabrera
Sonnencreme besser jetzt als später.
10:00 Uhr – Einfahrt in den Naturhafen
Kamera herausnehmen.
10:30 Uhr – Castell de Cabrera
Aufstieg zur Burg und Aussicht über den Hafen.
11:30 Uhr – Insel erkunden
Einen der freigegebenen Wege nehmen.
13:00 Uhr – Picknick
Mitgebrachten Lunch essen.
14:00 Uhr – Schwimmen & Schnorcheln
Jetzt beginnt der Teil des Tages, wegen dem man eigentlich gekommen ist.
15:30 Uhr – zurück zum Boot
Je nach gebuchter Tour.
16:00 Uhr – Cova Blava
Wenn die Route die Blaue Grotte einschließt: unbedingt mitmachen.
17:00–18:00 Uhr – Rückfahrt nach Mallorca
Die genaue Zeit hängt natürlich von Anbieter und Tour ab.
19:30 Uhr – Dinner in Colònia de Sant Jordi
Fisch, mediterrane Küche und ein Glas Wein.
Danach braucht niemand mehr Programm
Can Pastilla ist nicht die abgeschiedenste oder landschaftlich spektakulärste Bucht Mallorcas. Dafür funktioniert der Ort im Alltag ausgesprochen gut. Der Strand liegt vor der Haustür, Palma ist schnell erreichbar und auch Familien müssen für Eis, Abendessen oder einen spontanen Einkauf keine logistische Expedition organisieren. Das klingt unspektakulär, ist im Familienurlaub aber häufig wertvoller als eine fotogene Bucht ohne Parkplatz, Toilette oder Schatten.
Paare: ⭐⭐⭐⭐½
Paare profitieren besonders von der Nähe zu Palma, den Restaurants am Wasser und den langen Spazierwegen. Wer absolute Abgeschiedenheit oder ein exklusives Boutique-Ambiente sucht, findet passendere Orte. Wer Strand, Gastronomie und Stadt kombinieren möchte, bekommt hier dagegen ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.
Singles und Alleinreisende: ⭐⭐⭐⭐½
Can Pastilla ist sicher, gut angebunden und belebt, ohne rund um die Uhr vollkommen chaotisch zu wirken. Alleinreisende können unkompliziert zwischen Strand, Sport, Restaurants und Palma wechseln. Wer Kontakte sucht, findet entlang der Playa de Palma zahlreiche Bars und Freizeitangebote. Wer Ruhe möchte, hält sich eher im Bereich Cala Estància und am kleinen Hafen auf.
Aktivurlauber und Radfahrer: ⭐⭐⭐⭐⭐
Die Küstenroute Richtung Es Molinar, Portixol und Palma gehört zu den angenehmsten Rad- und Spazierstrecken im Süden Mallorcas. Die Strecke ist weitgehend flach und bietet fast durchgehend Meerblick. Besonders am frühen Morgen nutzen viele Einheimische die Promenade zum Joggen, Radfahren oder für einen Spaziergang.
Einheimischer Tipp: Can Pastilla früh am Morgen erleben
Zwischen etwa 7:30 und 9:00 Uhr zeigt sich Can Pastilla von seiner angenehmsten Seite. Das Meer ist häufig ruhig, die Temperaturen sind noch mild und die Promenade gehört überwiegend Joggern, Radfahrern und Einheimischen. In den Cafés beginnt der Tag mit Café con leche, Tostada oder Ensaimada, während der größte Teil der Urlauber noch mit dem Frühstücksbuffet verhandelt.
Ein besonders schöner Morgenspaziergang beginnt am Hafen von Can Pastilla und führt um die Cala Estància herum in Richtung Cala Gamba und Ciudad Jardín. Wer mehr Zeit hat, kann auf der Promenade bis Es Molinar oder Portixol weitergehen. Die Strecke verbindet kleine Häfen, Stadtstrände, Cafés und offene Blicke über die Bucht von Palma.
| Kategorie | Score |
|---|---|
| Natur | 10/10 |
| Meer & Wasserqualität | 10/10 |
| Landschaft | 10/10 |
| Cova Blava | 10/10 |
| Bootserlebnis | 9,5/10 |
| Schnorcheln | 10/10 |
| Wandern | 8,5/10 |
| Geschichte | 8,5/10 |
| Ruhe | 10/10 |
| Fotografie | 10/10 |
| Familien | 8,5/10 |
| Teenager | 9,5/10 |
| Paare | 10/10 |
| Singles | 9/10 |
| Gastronomie auf Cabrera | 2/10 |
| Naturerlebnis | 10/10 |
| Authentizität | 10/10 |
| Massentourismus-Faktor | erfreulich niedrig |
| Tagesausflug ab Mallorca | 10/10 |
Unsere fünf Prioritäten:
1. Naturhafen von Cabrera – 10/10
Schon die Einfahrt gehört zum Erlebnis.
2. Castell de Cabrera – 10/10
Unbedingt hinaufgehen.
3. Cova Blava – 10/10
Wenn die gewählte Bootstour sie einschließt.
4. Schwimmen und Schnorcheln – 10/10
Maske und Schnorchel gehören ins Gepäck.
5. Einfach einmal nichts machen – 10/10
Cabrera ist einer der seltenen Orte auf Mallorca, an denen man nicht permanent überlegen muss, welche Sehenswürdigkeit als Nächstes abgearbeitet wird.
Hier kommt die wichtige Überraschung:
Nein, Cabrera ist kein Ziel für einen Restauranttag.
Die Nationalparkverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine Restaurants gibt. Es existiert lediglich eine Cantina für Getränke. Besucher sollen deshalb ihr eigenes Essen mitbringen.
Und genau das würde ich für Portal Mallorca deutlich hervorheben.
Mitnehmen:
gutes mallorquinisches Brot, Mahón-Käse, Oliven, Tomaten, Obst, etwas Jamón oder eine Tortilla, ausreichend Wasser und eventuell etwas Süßes.
Bitte nichts mit zehn Verpackungsschichten.
Alles, was man mitbringt, muss schließlich auch wieder zurück.
Cabrera ist vielleicht gerade deshalb einer der luxuriösesten Orte Mallorcas, weil dort fast nichts von dem existiert, was normalerweise unter Luxus vermarktet wird.
Kein Infinity Pool.
Keine Cabana.
Kein Valet Parking.
Nicht einmal ein Restaurant.
Stattdessen bekommt man einen geschützten Archipel, klares Mittelmeer, einen alten Naturhafen, eine Burg auf dem Hügel und die Blaue Grotte.
Und wenn Mallorca sich manchmal ein wenig zu erfolgreich vermarktet hat, ist Cabrera das Gegenmittel.
Unsere Empfehlung: Von Colònia de Sant Jordi eine Tour mit ausreichend Landaufenthalt buchen, unbedingt eine Route mit Cova Blava wählen, Schnorchelsachen und Picknick mitnehmen und den Abend anschließend mit einem guten Dinner in Colònia de Sant Jordi beenden.
Vor allem aber sollte Cabrera eines bleiben:
eine Insel, die nicht für uns verändert wird, sondern bei der wir Besucher uns ausnahmsweise der Insel anpassen.
Nach einem ganzen Tag auf dem Meer würde ich in Colònia de Sant Jordi bleiben und dort essen.
Für einen etwas anspruchsvolleren Abschluss gefällt uns Restaurante S’escar by Colonial.
Portal Mallorca Dinner Score: 9,3/10
Mediterran und direkt als schöner Abschluss eines Cabrera-Tages interessant ist außerdem Salicornia Restaurant Mallorca.
Für ein entspannteres Essen eignet sich Restaurant Vermutería del Mar | Colonia Sant Jordi.
Wer abends etwas ambitionierter essen möchte, kann Sa Foganya einplanen.
Juli und August sind natürlich klassische Ausflugsmonate.
Aber Cabrera hat wenig Schatten.
Deshalb können Mai, Juni, September und Anfang Oktober besonders angenehm sein.
Die Landschaft lässt sich dann wesentlich entspannter zu Fuß erkunden.
Im Hochsommer gehören Sonnenhut, Sonnencreme und ausreichend Wasser zwingend ins Gepäck. Auch die Nationalparkverwaltung empfiehlt ausdrücklich Kopfbedeckung und Sonnenschutz.
Cabrera ist ein hervorragendes Gebiet zur Vogelbeobachtung.
Die Nationalparkverwaltung empfiehlt Besuchern ausdrücklich ein Fernglas.
Wer normalerweise bei dem Wort „Birdwatching“ innerlich bereits eingeschlafen ist, sollte es trotzdem einpacken.
Auf einem abgelegenen Archipel macht die Sache plötzlich erstaunlich viel mehr Sinn.
Für Familien kann Cabrera fantastisch sein.
Aber nicht für jedes Kind.
Perfekt für Kinder, die:
gerne Boot fahren, schwimmen, schnorcheln, Tiere beobachten und kleine Abenteuer mögen.
Weniger perfekt für Kinder, deren bevorzugte Naturerfahrung darin besteht, nach zehn Minuten zu fragen, wo der nächste Eisstand ist.
Familien mit Kindern ab etwa 7–8 Jahren: 9/10
Teenager: 9,5/10
Kleinkinder: 6,5/10
Die fehlende Infrastruktur und starke Sonne sollte man bei kleineren Kindern berücksichtigen.
Für Paare ist Cabrera hervorragend.
Nicht im klassischen romantischen Beachclub-Sinn, sondern als gemeinsames Erlebnis.
Paare: 10/10
Für Singles beziehungsweise Alleinreisende funktioniert eine organisierte Bootstour ebenfalls ausgezeichnet.
Man braucht kein Auto auf der Insel, keine komplizierte Route und kann sich einer Gruppe anschließen.
Singles: 9/10
Hier gewinnt Funktion ausnahmsweise gegen Mode.
Frauen: Badeanzug oder Bikini unter leichter Leinenkleidung, flache feste Sandalen oder Sneaker, Sonnenhut, Sonnenbrille und kleiner Rucksack.
Männer: Badeshorts, leichtes Shirt oder Leinenhemd, Sneaker beziehungsweise feste Sandalen und Cap.
Unbedingt mitnehmen:
Badesachen + Handtuch + Schnorchel + Sonnenschutz + Wasser + Essen + leichte Jacke für die Bootsfahrt.
Die große Designer-Strandtasche darf heute frei nehmen.
Cabrera interessiert sich nicht dafür.
Unsere Antwort ist ungewöhnlich einfach:
Möglichst wenig.
Bei vielen Orten Mallorcas schreiben wir über neue Promenaden, bessere Gastronomie, Verkehrsberuhigung oder hochwertige Stadtentwicklung.
Bei Cabrera wäre genau das der falsche Ansatz.
Cabreras Luxus besteht im Fehlen von Infrastruktur.
Keine Hotels.
Keine Marina voller Superyachten.
Keine Restaurantmeile.
Keine Liegenreihen.
Die Entwicklung sollte sich deshalb auf Naturschutz, Forschung und sanften Besucherverkehr konzentrieren.
Sinnvoll wären vor allem bessere Umweltbildung, emissionsärmere Ausflugsboote, wissenschaftlich gesteuerte Besucherzahlen und hochwertige geführte Naturtouren.
Das Besucherzentrum in Colònia de Sant Jordi bietet bereits geführte Cabrera-Ausflüge sowie begrenzte Angebote zur Unterwasserinterpretation, Meeresrouten und Kajaktouren an.
Genau in diese Richtung sollte Cabrera weitergehen:
mehr verstehen, nicht mehr bebauen.